Das Wichtigste in Kürze
- Eine KI-bedingte Massenarbeitslosigkeit ist nicht das wahrscheinlichste Szenario. Plausibler ist ein gestaffelter, asymmetrischer Strukturwandel.
- Kurzfristig dürfte der Druck auf KI-exponierte Wissensberufe und Berufseinstiege steigen. Mittelfristig ist ein net-neutrales Szenario mit stabiler Gesamtbeschäftigung aber Bruttoverwerfungen unter der Oberfläche wahrscheinlich. Langfristig ist ein net-positives Szenario plausibel, wenn auch voraussetzungsvoll.
- Geschätzt arbeiten 55 bis 65 Prozent der Beschäftigten in Märkten, in denen KI eher Kapazität, Wachstum oder Entlastung ermöglicht. Rund 10 bis 15 Prozent der Beschäftigten sind digitalen, eher gesättigten Märkten mit erhöhtem Rationalisierungsdruck zuzuordnen.
- Ob KI primär als Befähigungs- oder Rationalisierungstechnologie wirkt, hängt von Entscheidungen in Unternehmen, Politik, Bildung und bei den Individuen ab. Wichtige Dimensionen umfassen u.a. Substitution vs. Komplementarität, Geschwindigkeit der Diffusion, Elastizität der Nachfrage oder das Qualifikations- und Bildungssystem.
Der vollständige Bericht zum Einfluss von künstlicher Intelligenz auf den Schweizer Arbeitsmarkt ist als kostenloser Download verfügbar.
Bericht zum Einfluss von KI auf Schweizer Arbeitsmarkt von sparkr
Sparkr ist eine Agentur für Strategie Innovation und Leadership - ideal für Strategieprozesse, hochwertige Analysen und zielführende Workshops
Warum alle auf den Arbeitsmarkt schauen
Generative KI dringt in Tätigkeiten vor, die von früheren Automatisierungswellen vergleichsweise wenig berührt wurden. Sie kann Texte verfassen, Informationen strukturieren, Softwarecode erzeugen, Analysen vorbereiten und dokumentationsintensive Arbeit beschleunigen. Mit der Verbreitung von KI-Agenten intensivieren sich die bereits zu beobachtenden Dynamiken. Damit verschiebt sich die Automatisierungsfront in kognitive und wissensbasierte Bereiche.
Die Schweiz ist dafür besonders exponiert. 2024 zählte sie rund 5,34 Millionen Erwerbstätige, wobei rund 78 Prozent im Dienstleistungssektor arbeiteten. Mehr als ein Drittel nutzt digitale Geräte während der gesamten oder der meisten Arbeitszeit. KI muss deshalb nicht zuerst über Maschinenparks oder Roboter in den Arbeitsmarkt diffundieren. Sie kann schnell über bestehende Softwareumgebungen unmittelbar in zahlreiche Wissensberufe oder in administrative Tätigkeiten aus anderen Wirtschaftsbereichen gelangen.
Die Technologie verbreitet sich schnell in der Schweizer Wirtschaft. Schweizer Unternehmen experimentieren mit generativer KI und erwarten Produktivitätsgewinne, stehen bei der tieferen Geschäftsmodell- und Organisationsveränderung aber noch am Anfang. Während sich die Technologie an sich rasend schnell entwickelt, suchen Unternehmen, Bildungssystem und Arbeitsmarkt erste Antworten auf die neue Realität.
Die Technologie verbreitet sich schnell in der Schweizer Wirtschaft. Schweizer Unternehmen experimentieren mit generativer KI und erwarten Produktivitätsgewinne, stehen bei der tieferen Geschäftsmodell- und Organisationsveränderung aber noch am Anfang. Während sich die Technologie an sich rasend schnell entwickelt, suchen Unternehmen, Bildungssystem und Arbeitsmarkt erste Antworten auf die neue Realität.
Bericht zum Einfluss von KI auf Schweizer Arbeitsmarkt von sparkr

Künstliche Intelligenz Arbeitsmarkt Strategieberatung Christian Lundsgaard
Vier KI-Szenarien für den Schweizer Arbeitsmarkt
Für eine nüchterne Analyse des komplexen Themas hat der Report vier Szenarien definiert und untersucht:
- Die Nullthese geht davon aus, dass KI den Arbeitsmarkt weniger fundamental verändert als derzeit angenommen. Entgegen allem Hype argumentiert dieses Szenario, dass es kaum einen Effekt gibt.
- Im net-positiven Szenario erzeugen Produktivitätsgewinne durch KI neue Nachfrage, neue Angebote und zusätzliche Beschäftigung.
- Im net-negativen Szenario werden Produktivitätsgewinne auf Kosten der Beschäftigungszahlen primär in geringeren Personalbedarf, Margensteigerung und Rationalisierung übersetzt.
- Das net-neutrale Szenario beschreibt stabile Gesamtbeschäftigung bei erheblichen Verschiebungen zwischen Tätigkeiten, Berufsgruppen und Karrierepfaden. Stabilität an der Oberfläche verdeckt bedeutende Verwerfungen darunter.
Das wahrscheinlichste Basisszenario: Strukturwandel unter der Oberfläche
Die Einordnung der verfügbaren Evidenz spricht gegen zwei einfache Erzählungen: Weder ist Massenarbeitslosigkeit ein plausibles Basisszenario, noch gibt es Anlass zur Entwarnung. Für die nächsten Jahre erscheint ein gestaffelter, asymmetrischer Strukturwandel am wahrscheinlichsten. Die Gesamtbeschäftigung kann relativ stabil bleiben, während einzelne Tätigkeiten, Berufsgruppen und Alterskohorten erheblich unter Druck geraten.
Kurzfristig besteht eine Tendenz zum net-negativen Szenario. Besonders exponiert sind digitale, textbasierte, standardisierbare und prüfbare Tätigkeiten. Dazu gehören Teile von Softwareentwicklung, Marketing, Kommunikation, Recht, Administration, oder Beratung. Junge Arbeitnehmende und Berufseinsteiger sind stärker betroffen, weil typische Einstiegsaufgaben häufig gerade jene Tätigkeiten umfassen, die sich mit generativer KI gut unterstützen oder teilweise automatisieren lassen.
Mittelfristig ist das net-neutrale Szenario am plausibelsten. Aufgaben, Teams, Weiterbildung, Recruiting und Karrierepfade werden reorganisiert. Gewisse Profile werden weniger, andere stärker nachgefragt. Einzelne Unternehmen und Märkte können Beschäftigung abbauen, während andere dank Produktivität, zusätzlicher Nachfrage oder neuen Angeboten wachsen. In der aggregierten Sicht kann sich dies weitgehend ausgleichen.
Langfristig besitzt die Schweiz Potenzial für ein net-positives Szenario. Voraussetzung ist, dass KI vielerorts komplementär eingesetzt wird, Produktivitätsgewinne in Innovation und neue Nachfrage übersetzt werden und Aus- sowie Weiterbildung mit der Veränderung Schritt halten.
Auf gesamtgesellschaftlicher Ebene besteht die Gefahr nicht darin, dass «die Arbeit ausgeht». Kritischer ist ein stiller, gradueller und asymmetrischer Mobilitäts- und Verteilungsschock, den eine stabile Arbeitslosenquote nur unvollständig sichtbar macht. Spannungen im System könnten auf aggregierter Ebene also für eine Zeit unterschätzt werden. Es gilt Acht zu geben, welche Gruppen in der Gesellschaft die Kosten der Transformation tragen werden und wie diese frühzeitig erkannt und adressiert werden können.
Sparkr und Christian Lundsgaard agieren als Gestalter und Moderatoren von Strategieprozessen
Vollständer Report als PDF-Download(opens in new tab)
Dieser Blog Post verdichtet die Erkenntnisse des Reports «Künstliche Intelligenz und der Schweizer Arbeitsmarkt – Vergleich, Einordnung und Gewichtung von vier Szenarien».
Der 80-seitige Bericht mit umfassenden Analysen, 50 Quellen, Markttypologie und Handlungsfeldern steht kostenlos als Download zur Verfügung.
Künstliche Intelligenz Arbeitsmarkt Strategieberatung Christian Lundsgaard
Sieben Dimensionen prägen die Entwicklung am Arbeitsmarkt
Der Report schlägt sieben Dimensionen zur Szenariogewichtung vor:
- Substitution vs. Komplementarität
- Geschwindigkeit der Diffusion
- Elastizität der Nachfrage
- Arbeitsmigration
- Qualität, Vertrauen und Haftung
- Qualifikations- und Bildungssystem
- Verteilung von Markt- und Datenmacht
Die Dimensionen verdeutlichen, dass der Fortschritt der Technologie allein keine Arbeitsmarktprognose ergibt. Die Analyse muss differenziert erfolgen.
Die wichtigste Frage betrifft die Produktionsfunktion: Wird KI eingesetzt, um Menschen zu ersetzen oder um Menschen produktiver zu machen? Dieselbe Technologie kann in einem Callcenter Personal abbauen, in einer Arztpraxis den Dokumentationsaufwand reduzieren oder in einer Bank Compliance-Prüfungen verbessern. Der Markt, das Geschäftsmodell, das Organisationsdesign und die KI-Kompetenz eines Unternehmens spielen deshalb eine zentrale Rolle.
Ebenso wichtig ist die Nachfrage. Produktivitätsgewinne schaffen nur dann zusätzliche Beschäftigung, wenn daraus mehr oder bessere Nachfrage entsteht. In Bereichen mit hoher latenter Nachfrage wie Gesundheit, Pflege oder Bildung kann KI Kapazität erhöhen. In gesättigten digitalen Märkten kann derselbe Produktivitätsschub dazu führen, dass weniger Menschen genügen, um eine weitgehend unveränderte Nachfrage zu bedienen.
Der Report schätzt, dass 55 bis 65 Prozent der Beschäftigten in Marktkonstellationen arbeiten, wo der KI-bedingte Produktivitätsschub positiv wirken kann, während 10 bis 15 Prozent der Beschäftigten KI eher als Rationalisierungstechnologie erleben könnten. Bei rund 25 bis 30 Prozent der Beschäftigten ist es plausibel, dass KI nur eine begrenzte Wirkung entfalten wird.
sparkr berät und begleitet öffentliche und private Institutionen in strategischen Fragen

sparkr Report von Christian Lundsgaard zu künstlicher Intelligenz und Arbeitsmarkt
Handlungsfelder: Produktivität gestalten, Übergänge unterstützten
Der Bericht versteht KI als technologisches Produktivitätsinstrument und als Test des Gestaltungswillens. Technologische Innovation sollte so eingebettet werden, dass die Anpassungskosten des Strukturwandels nicht einseitig von jenen getragen werden, die im Markt über wenig Verhandlungsmacht verfügen. Dafür braucht es den Staat, vorausschauendes Organisationsdesign von Unternehmen und die Bereitschaft der arbeitenden Bevölkerung, in ihre Arbeitsmarktfähigkeit zu investieren. Aus diesem Grund offeriert der Report Handlungsfelder auf der Stufe des Staats, einzelner Unternehmen und der Individuen. Kurz zusammengefasst:
- Staat: genauer messen, Weiterbildung vorziehen, eigene Hebel nutzen
- Unternehmen: Organisationsdesign statt blosse Lizenzstrategie
- Individuen: KI-Kompetenz mit Urteilskraft und Domänenwissen verbinden
Nicht künstliche Intelligenz allein entscheidet, sondern der Gestaltungswille
Für die Schweiz sind weder Fatalismus noch Beruhigung angemessen. Generative KI wird den Arbeitsmarkt mit hoher Wahrscheinlichkeit verändern. Die Qualität der Übergänge wird zu einer zentralen wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Frage. Die Schweiz besitzt starke Institutionen, einen flexiblen Arbeitsmarkt, ein leistungsfähiges Bildungssystem und innovative Unternehmen. Diese Voraussetzungen schaffen Handlungsspielraum. Ohne weitere Anstrengungen garantieren sie allerdings kein positives Resultat.
Ob KI als Rationalisierungswelle oder als produktive Erneuerung erlebt wird, hängt wesentlich davon ab, welche Ziele Unternehmen verfolgen, wie rasch Bildung und Weiterbildung reagieren und ob Produktivitätsgewinne in neue Nachfrage, bessere Arbeit und breitere Wertschöpfung übersetzt werden.
Christian Lundsgaard moderiert Strategie und Innovation Workshops in der Schweiz
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Künstliche Intelligenz Führung Leadership Coaching Strategie Christian Lundsgaard
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KI und Arbeitsmarkt ein Bericht von sparkr
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